Für Bau-Einsteiger
Der
Abschluss eines Bausparvertrags ist nicht nur für viele der
Einstieg in den Weg zum künftigen Hausbesitz. Der Einstieg in
einen Bausparvertrag ist gerade jetzt sogar empfehlenswert.
Das liegt an der momentanen, ausgeprägten Niedrigzinsphase.
Das Argument vieler Bausparkritiker, dass das Bausparguthaben zu
gering verzinst wird, hat angesichts kaum noch vorhandener
Sparbuchzinsen kein Gewicht mehr. Es ist letztendlich egal, wo
bei diesen beiden Alternativen das Geld liegt.
Die Geschäftsidee der Bausparkassen beruht auf dem
Prinzip des Voraussparens mit
niedriger Verzinsung. Dafür gibt es zu einem späteren Zeitpunkt
Darlehen, sprich Vorausgeld zu ebenfalls günstigen und vorab
festgelegten Konditionen.
"Normale" Bauspartarife haben derzeit eine Verzinsung von
etwa 1,5 Prozent. Umgekehrt kann sich der Bausparer darauf
verlassen, dass er in der Darlehensphase mit einem "sicheren"
Zinssatz von zirka 4,5 Prozent oder sogar darunter rechnen kann.
Zwar gibt es am Kapitalmarkt für Bankdarlehen noch niedrigere
Zinsen. Aber ein jetzt abgeschlossener Bausparvertrag braucht
etwa sieben Jahre bis zur Zuteilungsreife. Und wer weiß, auf
welchem Stand die Zinsen bis dahin angelangt sind.
So funktioniert Geld
... und Vorausdenker
Gerade in einer Niedrigzinsphase ist der Abschluss eines
Bausparvertrags neben Bauwilligen für verschiedene andere
Personenkreise überlegenswert, gewissermaßen als
Vorsorgemaßnahme:
-
Frisch gebackene Hausbesitzer bilden damit Rücklagen für die
ersten Renovierungsarbeiten.
-
Junge Familien, die den Dachgeschossausbau erst in Angriff
nehmen wollen, wenn Nachwuchs da ist, bauen sich nebenbei
die notwendige finanzielle Grundlage auf.
-
Hausbesitzer, die umbauen wollen und keine riesigen
Darlehenssummen benötigen, werden von Bausparkassen oft
besser bedient als von Bankinstituten, für die kleine
Umbaukredite unattraktiv sind, weil sie sich nicht rechnen.
-
Und abschließend gibt es Menschen, die gar nicht bauen
wollen. Sie haben das Bausparen als Renditebringer entdeckt
und wählen deshalb Tarifvarianten, die mit einer hohen
Guthabenverzinsung von an die vier Prozent, dafür aber mit
einer - für Bausparverträge ungewöhnlich hohen
Darlehensverzinsung von weit über sechs Prozent ausgestattet
sind. Kein Problem, wenn nach der Zuteilung sowieso nur das
angesparte Geld entnommen und auf den Darlehensanspruch
verzichtet wird.
Wer darüber hinaus Wohnungsbauprämie und die
Arbeitnehmersparzulage erhält, vielleicht sogar
vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber, steigert die
Rendite nochmals um ein paar Punkte. Nach sieben Jahren ist ein
staatlich geförderter Bausparvertrag frei verwendbar, kann also
auch für die Urlaubsreise eingesetzt werden, ohne dass die
staatlichen Fördergelder zurückgezahlt werden müssen.
Prinzip des Bausparens
Wie funktioniert ein Bausparvertrag?
1775 wurde in Birmingham/Großbritannien die erste Bausparkasse
gegründet. Heute besitzen mehr als 25 Millionen Bundesbürger
mindestens einen Bausparvertrag.
Der klassische Bausparvertrag dient der späteren Finanzierung
des Eigenheims. Dabei eignet sich Bausparen als
Sparvertrag und
Renditeknüller auch für
diejenigen, die ihr Geld sicher und rentabel anlegen wollen -
und nicht mal im Traum ans Eigenheim denken. Mit Bonus und
staatlichen Prämien erzielen Anleger nämlich Spitzenrenditen
von mehr als 6 Prozent.
Die Idee des Bausparens besteht
darin, über die Gemeinschaft der Bausparer ausreichend
Eigenkapital zur Baufinanzierung zu bilden. Gleichzeitig soll
der Bausparer einen Anspruch auf ein zinsgünstiges und
zinsstabiles Darlehen erwerben.
Alle Bausparer zahlen ihre Sparleistungen in einen Topf, aus
dem dann das angesparte Eigenkapital bzw. das Bauspardarlehen
entnommen wird. Hat der Bausparer mit seinen Sparleistungen
mindestens 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme (je nach
Bausparkasse) über eine bestimmte Zeitspanne angespart, besitzt
er Anspruch auf ein Darlehen.
Beispiel
Als Bausparer schließen Sie einen Bausparvertrag über die von
ihnen gewünschte Bausparsumme ab, beispielsweise über 30.000
Euro. Sie verpflichten sich damit zu regelmäßigen monatlichen
Sparleistungen zwischen drei und zehn Promille der vereinbarten
Bausparsumme, hier zwischen 90 und 300 Euro.
Bauspardarlehen
Wenn das Mindestsparguthaben - also 40 bis 50 Prozent der
Bausparsumme - eingezahlt ist, in unserem Beispiel 12.000 bzw.
15.000 Euro, und das Guthaben, das übrigens auch mit
Guthabenszinsen belohnt wird, über eine ausreichende Zeitspanne
besteht, haben Sie ein Anrecht auf das Bauspardarlehen erworben.
Das Darlehen wird meist in Höhe der Differenz zwischen
Bausparsumme und Bausparguthaben ausgezahlt. Sie können jetzt
über die gesamte Bausparsumme verfügen und Ihren Traum von den
eigenen vier Wänden verwirklichen.
Garantierter Darlehenszinssatz
Gerade in der derzeitigen Niedrigzinsphase ist ein
Bauspardarlehen über die gesamte Laufzeit konkurrenzlos
zinsgünstig. Sie sichern sich einen garantierten
Darlehenszinssatz unabhängig von den Schwankungen am
Kapitalmarkt.
staatliche Förderung
Der Staat fördert mit der Wohnungsbauprämie, der
Arbeitnehmer-Sparzulage, der Eigenheimförderung und dem
Baukindergeld die Schaffung von Wohneigentum. Die Grundförderung
beträgt bei 1 Prozent der Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten,
maximal 1.250 Euro jährlich, über eine Laufzeit von acht Jahren.
Hinzu kommt als zweite Förderkomponente die Kinderzulage für
jedes zu berücksichtigende Kind in Höhe von 800 Euro in jedem
Jahr des Förderzeitraums (Stand 2005).
Mehr Infos
hier...
Bausparverträge sind vielseitig nutzbar
Ein
Bausparvertrag kann, außer für den Erwerb von Wohneigentum, z.
B. auch genutzt werden:
-
für Modernisierungs- und Renovierungsmaßnahmen
-
zur Ablöse von Hypotheken
-
zur Finanzierung von Bauland und Erschließungskosten
-
um Gebühren und Steuern im Zusammenhang mit dem
Immobilienerwerb zu zahlen
-
zur Auszahlung von Miterben eines Hauses
-
zum Einkauf in eine Altenheimwohnung etc.
|